Kollaboration ist der Schlüssel zum Erfolg, allein zu kämpfen macht keinen Sinn. Obwohl die Logistik als drittgrößter Wirtschaftsbereich in Deutschland eine relevante Position innehat, kämpft die Branche weiterhin mit einem obsoleten Image und gilt als wenig innovativ. Tatsächlich jedoch ist die Logistikbranche Vorreiter der Digitalisierung und in ständiger Prüfung ihrer Prozesse.

 

 

Im mainblick-Sommerinterview KLARTEXT erzählt Prof. Dr. Oliver Schocke, Dekan der Frankfurt University of Applied Sciences, wie die Lehrinstitutionen potenzielle Studierende für die breite Vielfalt der Logistikstudiengänge begeistern möchten und wie und vor allem wo sich für ihn Innovation gestaltet.

 

Als frisch gebackener Preisträger des Hochschulpreises für Güterverkehr und Logistik, ausgelobt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, sitzt Prof. Dr. Oliver Schocke ganz entspannt auf der Agenturterrasse. Prämiert wurde der Masterstudiengang „Global Logistics“. Damit verbindet der Hochschullehrer einen hohen Anspruch an seine Zunft: „Wir wollen Wissen so weiterentwickeln, dass man es anwenden kann.“ Dadurch werden Ideen zu praktikablen Innovationen. Und die entfalten sich nach seiner Einschätzung vor allem in der Teamarbeit. Insbesondere an Forschungsinstitutionen sei Teamwork ein wichtiger Faktor, da sich die verschiedenen Kompetenzen ergänzen und dadurch innovative Ergebnisse entstehen können. Ein Symbol hierfür ist laut Oliver Schocke das „Research Lab for Urban Transport“ an der Frankfurt University of Applied Sciences. Dort arbeitet ein interdisziplinäres Forscherteam an aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Mobilität. Die Entwicklung von wirtschaftlichen und ökologischen Lösungen für neue Mobilität steht dabei im Mittelpunkt.

 

„Kooperation statt Konkurrenz“

„Aus Perspektive eines Professors ist das Image der Logistik großartig“, findet Prof. Dr. Oliver Schocke. Denn es gäbe an seiner Hochschule viele begeisterungsfähige Studierende. In der breiten Öffentlichkeit sähe das Image leider anders aus. Sobald man Außenstehenden aber tiefere Einblicke in logistische Prozesse gäbe, entstehe ein Verständnis und auch „eine Begeisterung dafür, wie gut uns die Logistik durch die Krise gebracht hat“, schwärmt der Dekan. „In der Pandemie hat die Logistik einwandfrei funktioniert“, erzählt Oliver Schocke, „Man muss weg aus den ‚grauen Lagerhallen‘, um das verhaftete Image der Logistik zu verändern“ betont er nachdrücklich. In den betriebswirtschaftlichen Studiengängen sind Logistik und Marketing derzeit nur rudimentär angesiedelt. Daher ist es laut Professor Schocke für Logistik und Produktionsmanagement wichtig, den Studierenden „Logistik zum Anfassen“ zu bieten und auch in Unternehmen praktische Zusammenarbeit zu ermöglichen. Dadurch entwickele sich ein nachweisliches Interesse an logistischen Themenfeldern.

 

Gemeinsam das Image verbessern

Der Wirtschaftsbereich Logistik arbeite mit Hilfe von Agenturen wie mainblick seit Jahren daran, dasImage zu verbessern, so Schocke. Die großen Logistikunternehmen hätten bereits erkannt, dass sie Prozesse digitalisieren müssen, um sich progressiv auf dem Markt zu entwickeln und sich in den Hochschulen aktiv miteinzubringen. Auch kleinere Unternehmen hätten zunehmend Interesse an der Zusammenarbeit mit Hochschulen. Es entwickele sich ein Trend zur Kollaboration. Beim Thema Image ist er sich sicher, dass eine gemeinsame Kraftanstrengung erforderlich sei. Auch „Verbände können dabei viel tun.“

 

Vielfältige Angebote für Studierende

Schockes Fachbereich bietet 18 Studiengänge mit Logistikbezug an – ausgerichtet an der internationalen Bedeutung von Logistik. Diese globale Vielfalt müsse auch in den Studiengängen abgebildet werden. „Logistik ohne globale Zusammenhänge ist nicht mehr denkbar“, weiß der Professor. Im Masterstudiengang würden deshalb die Bereiche Logistik, IT, Außenwirtschaft, ChangeManagement sowie Operation Research Knowledge gelehrt – eine Bandbreite, die auch auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sei. Zu dieser Vielfalt gehöre auch die enge Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen. Eine echte Konkurrenz gebe es nicht. „Die Logistik ist ein breites Feld. Da ist Platz für alle“, sagt Prof. Dr. Oliver Schocke begeistert. „Die Fülle an Kompetenzen zusammenzubringen, macht richtig Spaß.“

 

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