Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass die vergangenen Monate spurlos an mir vorbeigegangen wären. So viel kann ich heute schon sagen: Die Corona-Pandemie hat das Jahr 2020 geprägt! Und zwar ordentlich. Das merke ich im privaten Bereich, aber vor allem auch im beruflichen Umfeld. Viele persönliche Beziehungen laufen nun über das Telefon, Veranstaltungen werden in die digitale Welt verlagert und beim Kaffeekränzchen am Wochenende sitzen die Verwandten nicht am selben Tisch. Dafür sind sie über das Handy oder Tablet zugeschaltet. Doch egal ob per Telefon, Instant-Messaging oder im Bildschirmmeeting, irgendwann kommt der Punkt, an dem jemand sagt: Habe ich eigentlich schon erzählt, dass …?

Geschichten sind überall

Und schon geht es los. Der Kollege äußert sich im morgendlichen Meeting über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit seinem Kunden. Am Telefon erzählt mir eine Freundin in ihrer Mittagspause vom Desaster mit der Waschmaschine, die den halben Keller unter Wasser gesetzt hat. Und am Abend berichte ich bei einem leckeren Glas Weißwein, wie mein Tag so war. Was diese drei Szenen miteinander verbindet? In jeder einzelnen wird eine Geschichte erzählt. Und während ich diese Zeilen Wort für Wort niederschreibe, tue ich nichts anderes als? Genau, eine Geschichte erzählen. Wann immer wir anderen Menschen begegnen, sprechen wir über Erfahrungen, schildern Situationen oder kurz gesagt, erzählen wir eine Geschichte.

Eine Jahrtausende alte Tradition

Das überrascht mich kaum. Gehört das Erzählen von Geschichten doch genauso zum Menschsein wie die Luft zum Atmen. Schon seit Jahrtausenden erzählen sich Menschen Geschichten. Ob in Form von Höhlenmalerei, mit Hilfe von Sagen und Märchen oder durch die Weitergabe von Schriftstücken über Generationen hinweg. Und wer von uns erinnert sich nicht an die Gute-Nacht-Geschichten, die uns als Kinder begeistert haben? Wer wollte nicht so sein wie Robin Hood, Pocahontas oder Batman? Mit all den Charakteren, die uns in Filmen, Hörspielen oder Comics über den Weg laufen, verbinden wir Eigenschaften und Charakterzüge, die uns ansprechen. Wir lernen von ihnen etwas über Gerechtigkeit, Liebe und andere Themen, die unser Leben bereichern.

Von der Geschichte zum Storytelling

Warum nutzen wir das nicht auch im beruflichen Kontext? Wenn Sie das nächste Mal gefragt werden, was Ihre Produkte so einzigartig macht, dann erzählen Sie ihrem Gegenüber doch eine kleine Geschichte. Geben Sie ihm alle Informationen rund um ihre Produkte. Aber bitte nicht nüchtern und in Form einer Auflistung. Zeigen Sie die Vorteile, berichten Sie über Anwendungsmöglichkeiten oder kurz gesagt: verpacken sie alle Inhalte in eine Story. So profitieren Sie von der Kunst des Erzählens oder anders formuliert, vom Storytelling. Denn Geschichten bleiben häufiger im Kopf als pure Fakten. Das gilt unabhängig von der Plattform, dem Format und der Länge Ihrer Erzählung.

Nichts geht ohne Strategie

Wissen Sie, wie sich Gedächtniskünstler lange Zahlenreihen merken? Mit Hilfe von Bildern und Geschichten. Und genauso können Sie Ihre Werte, Botschaften oder Produkte und Dienstleistungen in die Köpfe der Menschen bringen. Überlegen Sie, wie sie die Vorteile und Ihren Unique Selling Point in eine spannende Story verpacken können. In welcher Situation profitieren Nutzer von Ihrem Angebot? Welchen Mehrwert bekommen Kunden? Entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrem Sales Team eine Verkaufsstrategie und verpacken Sie diese in eine runde Story. Achten Sie dabei genau auf die Aussagen, die Ihre Erzählung macht. Passen diese zu Ihrer Marke? Passt die Story zum Image, dass sie aufbauen wollen? Und zahlt das alles auch auf Ihr Ziel ein? Wenn ja, dann nutzen Sie die Macht der Geschichte!

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