Die Logistikbranche ist geprägt von Vorurteilen, die kaum etwas mit der Realität zu tun haben. Denn nur die wenigsten wissen, wie leistungsfähig, digital und effizient die Logistik eigentlich ist. Sie versorgt Menschen und Unternehmen mit allem, was gebraucht wird und ist somit nichts geringeres als systemrelevant – und das nicht erst seit Corona. Im mainblick-Sommerinterview KLARTEXT erklärt Frauke Heistermann, Unternehmerin, Aufsichtsrätin, Investorin und Sprecherin der Initiative „Die Wirtschaftsmacher“, was Logistikunternehmen tun können, um ihr Image zu verbessern.

In entspannter Atmosphäre auf der Agenturterrasse verrät Frauke Heistermann, dass dazu eine nachhaltige Markenstrategie nötig sei. Sie schätzt die Situation allerdings so ein, dass einige Unternehmen im Wirtschaftsbereich Logistik die Wichtigkeit, in einen Markenaufbau zu investieren, zwar schon erkannt haben, viele andere Unternehmen jedoch nicht. Es gebe also noch Luft nach oben. Dabei gewinne die strategische Markenarbeit vor allem im B2B-Bereich immer mehr an Bedeutung.


Marke wird immer wichtiger

„Was bringt es mir denn, in eine Marke zu investieren?“ Diese Frage stellen sich viele Logistikunternehmen, denn für sie ist es schwer, den Wert der Marke zu beziffern. Das lasse das Markenkonzept für sie oft nicht greifbar und somit nicht sinnvoll genug erscheinen. Frauke Heistermann ist allerdings der Überzeugung, dass eine gut aufgebaute Marke Vertrauen in das Produkt ausstrahle. „Um eine gute Marke zu bilden, muss ein Unternehmen für sich Kernfragen beantworten, die es ohnehin beantworten muss“, führt Frauke Heistermann weiter. Denn Fragen wie „wofür stehe ich?“, „was macht mich besonders?“, müsse man sich sowieso vor Augen führen, wenn man ein Unternehmen erfolgreich aufbauen möchte. Um eine nachhaltige Strategie daraus zu entwickeln, sollten die Fragen präzise beantwortet und in einer prägnanten Botschaft zusammengefasst und nachhaltig kommuniziert werden. Denn so könne man sich im Markt besser positionieren und sich vom Wettbewerb abheben.

 

In der Logistik geht es um Menschen

Eine der größten Herausforderungen in der Logistik sei es, dass man es mit Menschen und Services zu tun habe und nicht mit Produkten. „Eine Unternehmensspitze muss deshalb auch sehr gut zuhören, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sagen haben“, findet Frauke Heistermann, denn auch von dieser Seite könne der Impuls kommen mit einem Markenprozess zu beginnen. Dabei betont Frauke Heistermann jedoch ausdrücklich: „Eine Marke ist das Produkt harter Arbeit“, denn eine Marke zu bilden, benötige vor allem Zeit. Hinzu komme, dass man dabei authentisch und glaubwürdig sein müsse.

 

Messbarkeit und Emotionen

Ein Grund für die Skepsis gegenüber der Investition in den Markenaufbau sei häufig die Erfolgsmessbarkeit: „Es wäre natürlich schön, wenn man den Wert einer Marke in Euro ausdrücken könnte“, erklärt Frauke Heistermann, denn oft ist es schwierig die positiven Effekte einer Marke greifbar zu machen. Kennzahlen seien demnach wichtig, weil man mit ihnen das Vorurteil aufbrechen könne, dass es nichts bringe, in eine Marke zu investieren. Dabei solle man es weniger wissenschaftlich angehen, sondern eigene KPIs entwickeln. „Darüber hinaus dürfen Emotionen natürlich auch nicht vergessen werden“, so Frauke Heistermann, denn inspirierende Geschichten brechen die festgefahrenen Vorurteile der Gesellschaft gegenüber der Logistik auf, was zur Imageverbesserung beitragen kann.

 

Nicht denken, sondern machen!

„Die Wirtschaftsmacher“ sind eine Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht, hat das Image der Logistik in der breiten Öffentlichkeit zu verbessern. Dabei sei der Name „Macher“ Programm, denn die Initiatoren haben eine nachhaltige Strategie aufgesetzt und diese sofort mit Leben gefüllt, verrät Frauke Heistermann. Für die Zukunft seien noch viele interessante Projekte geplant, denn das Spannende an der Logistik für Frauke Heistermann sei, dass die Logistik sich ständig weiterentwickele. Besonders die vier Bereiche Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Systemrelevanz sowie Komplexität und Effizienz seien für die Öffentlichkeit spannend, freut sich Frauke Heistermann, denn für sie ist das positive Feedback, das sie von allen Seiten bekomme, „die totale Motivation“ einen Beitrag für die Imageverbesserung der Logistik leisten zu können.

www.die-wirtschaftsmacher.de