Haben Sie schon damit angefangen, Ihre guten Vorsätze für das neue Jahr umzusetzen? Weniger Alkohol, mehr Sport, mehr Zeit für Qi – das sind die Klassiker. Apropos: Was fördert denn die Muse, das Eintauchen in neue Welten, das Steigern eigener Erkenntnisse? Genau! Es kann das Hören sein. Zum Beispiel von Podcasts. Da gibt es einiges – vielleicht zu viel? Oder sollten Sie da auch mitmischen?

Wer hören will, hat die Qual der Wahl. Oder umgekehrt gesagt, hat man die Chance auf sehr viel Input. Das gilt im Übrigen auch für jene, die nicht nur hören, sondern auch erzählen wollen. Der Podcast hat sich für viele Unternehmen, Verbände, Institutionen zu einem neuen Format für das Verbreiten von Botschaften etabliert. Der Online-Audio-Monitor des Jahres 2020 hat festgestellt, dass 70 Prozent aller Deutschen über 14 Jahren Online-Audio-Angebote nutzen. Das sind rund 50 Millionen Menschen und es sind gut 14 Prozent mehr als noch 2019. Einige hören mindestens einmal wöchentlich Podcasts. Erstellt hat diese Studie die mindline media. Initiatoren sind Verbände, darunter die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) oder der Verband Privater Medien (VAUNET). Die wichtigsten Tools bei der Rezeption sind hierbei Smartphones. Kurz gesagt: Rezipientenpotential gibt es also en masse.

Was macht den Podcast so interessant?

Es sind im Grunde drei Dinge:

  • Tiefe
  • Ausführlichkeit
  • Exklusivität der Inhalte

Geht man im Radio heute noch von der Prämisse aus, dass vor allem die Persönlichkeit der Moderatoren Reichweite und Nutzer generiert, sind es bei Podcasts vor allem die Themen und die Genres. Wissensbeiträge, Comedy, Unterhaltung, Service, Krimi, Musik. Und der Erfolg von Christian Drostens „Coronavirus-Update“ im Norddeutschen Rundfunk hat gezeigt: auch Aktuelles zieht. Sie können sich eines Themas dezidiert annehmen, Perspektiven einnehmen, für die an anderer Stelle Platz und Zeit fehlen. Und es kommt der Charme hinzu. Ein Podcast muss nicht perfekt sein. Oder nehmen Sie einen Small-Talk mit einem Freund auf und schneiden dann alle „Ähs“ und Luftschnapper raus?

Wo liegt die Crux?

Zum einen darin, dass Sie einen Vermarkter oder eine Online-Plattform brauchen, um Ihren Corporate Podcast zu veröffentlichen. Zum anderen schreitet die Professionalisierung voran. Mikro an und los: Das geht weiterhin. Aber will das auch jemand hören? Der Markt wird für Werbetreibende relevanter. Das bedeutet, dass die Hörerzahlen wichtiger werden. Es gibt weiter die Gründerstimmung. Podcasts haben noch keinen Anspruch auf Formatierung. Viele Radiosender nehmen daher auch den Podcast in den Blick, weil sich hier Geschichten ausgiebiger erzählen lassen. Ein Eldorado für Füllwörter. Der Start-up-Hypetrain ist aber längst abgefahren. Der Zugang zum Podcast-Markt wird schwieriger. Denn die Konkurrenz ist hoch. Die Dialoggruppe, die sich für einen Inhalt interessiert, ist in Relation zur Fülle der Angebote sehr klein. Mittelfristig werden sich Angebote kannibalisieren.

Worauf sollte man achten?

Das Schöne am Podcast ist: man kann nichts kaputt machen. Nehmen Sie sich mal die Zeit und hören Sie durch Angebote mit Themen, die Sie interessieren. Oder in den Nischen, in denen Sie auch aktiv sein wollen. Dann schließen Sie die Augen und fragen sich: „War das jetzt gut? Hat mich das mitgenommen?“ Und Sie werden zu dem Schluss kommen: Sie können das auch! Ein bisschen konkreter: Sie können die Botschaften Ihres Unternehmens, Ihres Verbandes, Ihrer Interessengemeinschaft sehr gut durch das Format Podcast verbreiten. Wenn Sie ein paar Regeln beachten:

  • Schaffen Sie Ressourcen für das Thema. Einen Audio-Beitrag zu erstellen ist keine Rocket Science.
  • Bleiben Sie in Ihrer Nische. Lassen Sie über das sprechen, was wirklich ihr Belang ist. Wenn Ihr Unternehmen Logistikdienstleistungen erbringt, sollten Sie keinen Podcast zu Zootieren machen. Sondern vielleicht eher über Risikomanagement in der Supply Chain sprechen.
  • Generieren Sie einen Mehrwert: Seien sie nicht der DJ, der in der Disco die Scheiben auflegt, die er selbst gern hört. Spielen Sie das, was andere hören wollen. Sprechen Sie über relevante Themen.
  • Investieren Sie in solides Audio-Equipment: Mikrofone, Pop-Schutz, etc. Für das Mitschneiden gibt es sehr viele Softwareangebote, for free oder für kleines bis ganz viel Geld.
  • Erstellen Sie ein Konzept. Wie möchten Sie ein Thema aufbereiten? Mit einem Experten im Interview sprechen? Den Podcast in Form einer Reportage aufarbeiten?
  • Nehmen Sie sich Zeit. Ein Podcast ist kein Radiobeitrag auf einem Hot-AC-Radiosender, der mit 1:30 oder 2:30 zwischen die Imagine Dragons, die Werbung und Marc Forster in die Stundenuhr passen muss. Er darf auch 30 Minuten dauern.
  • Nutzen Sie Plattformen für das Hosting Ihres Beitrags: Libsyn.com, Podigee oder Letscast.FM sind nur ein paar Anbieter unter vielen. Denn: Der Beitrag soll ja auch raus in die Welt und auf iTunes, Google Podcasts, Spotify oder Deezer zu finden sein.
  • Betreiben Sie Engagement: Erzählen Sie in Ihrem Netzwerk, was Sie im Podcast so machen. Laden Sie zum Hören ein. Sie müssen bedenken: Für Audiovermarkter gilt ein Podcast als erfolgreich, wenn er zehn Mal die Marke von 5.000 Hörerinnen und Hörern packt. Das ist eine Hausnummer. Lassen Sie sich davon nicht abschrecken. Steter Tropfen höhlt den Stein.

Photo by Juja Han on Unsplash

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