Grüner wird’s nicht? Von Nachhaltigkeit, Kommunikation und tragenden Aufklebern

Sieht grüne Kommunikation so aus?

Wenn es einen prototypischen Satz gibt, der in keiner Firmendarstellung fehlen darf, dann hat er ganz sicher mit Nachhaltigkeit zu tun. „Wir fühlen uns der Nachhaltigkeit verpflichtet“, heißt es oft. Oder: „Nachhaltigkeit ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie.“ Das klingt aber auch wirklich gut. Nicht so nach birkenstocktragendem Baumkuschler, sondern nach anzugtragendem Verstandsmensch, der die Zeichen der Zeit erkannt hat. Und es lässt sich wunderbar in der Kommunikation nutzen – wenn es denn auch authentisch ist.

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Krisenkommunikation: planvoll vorgehen!

Auch in der Krise auf bunte Kommunikation setzen

In Zeiten wie diesen ist nichts leicht. Die Corona-Pandemie stellt über Jahre eingeübte Verhaltensmuster auf die Probe. Werte und Glaubenssätze, die uns leiten und das Miteinander innerhalb von Familie und Kollegenkreis prägen, geraten unter Druck. Wir wägen den Schutz der individuellen Gesundheit jedes einzelnen und die Belange der Wirtschaft zunehmend gegeneinander ab, bringen beides mindestens aber miteinander in Verbindung – jedenfalls im ethisch-moralischen Teil der öffentlichen Corona-Diskussion. Einigkeit besteht in einem zentralen Punkt: Wir haben eine Krise. Und die verlangt insbesondere uns Berufskommunikatoren derzeit eine Menge Geduld und Fingerspitzengefühl in der Krisenkommunikation ab.

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Hier warb Goethe nie

Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Wohnungsbesichtigung zu Anfang des Jahres hier in Frankfurt, bei der die Vormieter die klaustrophobisch kleine Toilette mit einem Goethe-Zitat als Wandtattoo aufwerteten. „Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert“, mahnten mich die Letter. Was mir das in diesem Zusammenhang sagen sollte, weiß ich nicht. Verharren wollte ich dort jedenfalls nicht länger als nötig. Gut, mögen Sie einwenden, wen interessiert schon, was in einer Privatwohnung an irgendwelchen Wänden steht? Stimmt natürlich. Aber der gute Herr Geheimrat muss leider nicht nur für stille Örtchen herhalten, sondern wird gerne auch vor den Karren der Kommunkation gespannt. Und ich bin mir nicht ganz sicher, was von beidem nun schlimmer ist.

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Überblättert: Das ungeliebte Vorwort

Spieglein, Spieglein in der Hand: Neulich blätterte ich beim Warten in der Autowerkstatt durch das Nachrichtenmagazin mit dem einschlägigen roten Rahmen auf dem Cover. Hätte ich mich nicht just ein paar Tage zuvor mit einem Kollegen über eine gewisse althergebrachte Tradition in Magazinen unterhalten, wäre es mir gar nicht aufgefallen. „Aus den Augen, aus dem Sinn“, heißt es ja so schön. Aber diesmal nicht. Diesmal sah ich bewusst hin und habe es nicht bloß übersehen: Es gibt kein klassisches Vorwort des Herausgebers oder Chefredakteurs im Spiegel. Stattdessen begleiten mich Inhaltsverzeichnis, Leitartikel und Kolumne durch die ersten Seiten. Dass mir das fehlende Vorwort so lange nicht aufgefallen ist, liegt vor allem daran, dass ich diesen Teil in Magazinen grundsätzlich überblättere.

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