Content: Vom Buzzword zum Unwort

Alle reden nur noch von Content. Das Web wird verstopft damit, es entstehen Plattformen drumherum, Redakteure werden auf den Begriff eingeschworen – jeden Tag erwarte ich eigentlich, irgendwo in Frankfurt die erste große Contentfabrik zu sehen. Stilecht mit Ziegeltürmen, aus denen dann täglich große, weiße Rauchschwaden aufsteigen. Und abends verlassen müde Menschen mit rußgeschwärzten Gesichtern das Gebäude und treten ihren Heimweg von der Maloche an. Ich mag es nicht mehr hören, denn es verstellt den Blick darauf, was wir eigentlich brauchen.

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Vertrauen in digitalen Zeiten

Oje, es musste ja irgendwann soweit kommen. Ein Markenstratege schreibt über Vertrauen. Aber versprochen: die Erkenntnis ist eine überraschende. Ob aus Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft – es bemühen sich immer mehr Menschen darum, unser Vertrauen zu gewinnen. Unternehmen, Institutionen und Parteien stecken viel Zeit, Kreativität und Geld in dieses Vorhaben.

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Voll abgefahren: Die Zukunft von gestern

DeLorean

Ein Autobauer aus Estland und einer aus der Schweiz besinnen sich für ihre künftigen E-Mobile auf die Formensprache der 50er. Bei Pedelecs und Motorrädern ist aktuell der Stil der 20er und 30er Jahre angesagt. Es ist doch wirklich erstaunlich: Immer mehr Produkte für unsere Zukunft sehen aus, als wären sie mit einer Zeitmaschine eingeflogen und dann in aller Eile umgebaut worden. Und da frage ich mich, was mir diese Schwemme von gestrig-aussehenden Produkten eigentlich sagen soll?

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Hier warb Goethe nie

Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Wohnungsbesichtigung zu Anfang des Jahres hier in Frankfurt, bei der die Vormieter die klaustrophobisch kleine Toilette mit einem Goethe-Zitat als Wandtattoo aufwerteten. „Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert“, mahnten mich die Letter. Was mir das in diesem Zusammenhang sagen sollte, weiß ich nicht. Verharren wollte ich dort jedenfalls nicht länger als nötig. Gut, mögen Sie einwenden, wen interessiert schon, was in einer Privatwohnung an irgendwelchen Wänden steht? Stimmt natürlich. Aber der gute Herr Geheimrat muss leider nicht nur für stille Örtchen herhalten, sondern wird gerne auch vor den Karren der Kommunkation gespannt. Und ich bin mir nicht ganz sicher, was von beidem nun schlimmer ist.

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