Digitalisierung – muss das sein?

Auf diese Frage wird es von allen Seiten schallen: „Na klar!“, „Niemand kommt daran vorbei!“, „Wer nicht mitmacht, ist abgehängt“! Ach, wirklich? Ok, der digitale Wandel schreitet voran. Das ist nicht zu leugnen und auch nicht aufzuhalten. Warum auch? Zweifelsfrei bringt er auch viele Chancen mit sich. Dennoch verkommt Digitalisierung vielerorts zum Imperativ: Du musst digitalisieren!

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Worthülsenfrüchte: Die doppelte Endlichkeit

Worthülsenfrucht: Letztendlich

Alles hat bekanntermaßen ein Ende – bis auf die Wurst, wie wir seit Stephan Remmler wissen. Doch aller popkulturellen Hinweise zum Trotz hält sich die doppelte Endlichkeit hartnäckig: Letztendlich nicht nur in Reden, wo man sie als Stilmittel vielleicht noch augenrollend dulden mag, sondern auch in der sonstigen Kommunikation. Und da war es schon – haben Sie es bemerkt? Man liest ja so schnell darüber hinweg, weil es sich so in unserem Sprachverständnis festgesetzt hat, dass wir nicht einmal mehr die Stirn runzeln, wenn wir es lesen. Darum hier nochmal in Zeitlupe: letztendlich.

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Headlines from Hell: Alles aus einer Hand

Manchmal kann ich mich nicht entscheiden, was ich unterwegs essen soll. Habe ich eher Appetit auf eine deftige Pizza? Oder darf es ein vegetarischer Döner sein? Nein, alles zu langweilig. Vielleicht doch lieber indisches Kartoffel-Blumenkohl-Curry? Wie praktisch, dass es Restaurants gibt, die gleich mehrere kulinarische Spezialitäten unter einem Dach vereinen: Pizza wie aus Italien, Curry wie aus Indien, Burger wie aus Amerika und Pommes-Schranke wie aus Gelsenkirchen. Alles aus einer Hand – was will ich denn mehr?

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Hier warb Goethe nie

Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Wohnungsbesichtigung zu Anfang des Jahres hier in Frankfurt, bei der die Vormieter die klaustrophobisch kleine Toilette mit einem Goethe-Zitat als Wandtattoo aufwerteten. „Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert“, mahnten mich die Letter. Was mir das in diesem Zusammenhang sagen sollte, weiß ich nicht. Verharren wollte ich dort jedenfalls nicht länger als nötig. Gut, mögen Sie einwenden, wen interessiert schon, was in einer Privatwohnung an irgendwelchen Wänden steht? Stimmt natürlich. Aber der gute Herr Geheimrat muss leider nicht nur für stille Örtchen herhalten, sondern wird gerne auch vor den Karren der Kommunkation gespannt. Und ich bin mir nicht ganz sicher, was von beidem nun schlimmer ist.

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Vorbilder dringend gesucht

Sie wissen es längst: In den Sozialen Medien wird gehatet, gemobbt und gebashed, bis sich die Balken biegen. So rät der alternde Kicker Franck Ribéry seinen Kritikern via Twitter zum Geschlechtsverkehr mit ihren Müttern, Großmüttern oder Schwestern. Der amerikanische Präsident Donald Trump wettert nahezu täglich gegen alle möglichen Medienberichte – und vor allem gegen deren Verfasser! Und AfD-Frontfrau Alice Weidel zerrt auf Facebook regelmäßig die kriminellen Handlungen von „Personen nicht-deutscher Herkunft“ vor ihre populistische Flinte. Allen diesen öffentlichen Meinungsäußerungen ist eines gemein: Sie strotzen vor Respektlosigkeit gegenüber Andersdenkenden.

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In Sachen Kultur: Hört doch mal zu!

Lassen Sie uns über Respekt sprechen. Jetzt. Denn ich bin immer noch wie vom Donner gerührt wegen eines Ereignisses, das sich vor ein paar Tagen im lustigen Städtchen Köln ereignet hat. Und die Geschichte geht so: Im Rahmen eines hochinteressanten Kongresses zum Thema Handelslogistik luden die Veranstalter zur Abendveranstaltung. Tolle Location, Busshuttle, Welcome-Kölsch – das volle Programm. Gut 350 Logistiker sorgten sofort für das akustische Grundrauschen. Der Geräuschpegel war – höflich ausgedrückt – immens, die Stimmung super, Abteilung Familientreffen.

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