Micro-Story: Wir haben doch keine Zeit

Micro-Storytelling - weil wir alle keine Zeit mehr haben

Wie kurz kann eine Geschichte eigentlich sein, damit sie noch funktioniert? Kann ein Tweet eine Story erzählen? Oder ein Instagram-Post? Ja, das geht. Und zwar nicht nur in den Sozialen Medien. Das beweist unter anderem die renommierte New York Times auf ihrer Website mit den „Tiny Love Stories“. Im Kern orientiert sich jede Micro-Story an einem prägnanten Zitat von Ernest Hemingway:

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PR ist wie Teleshopping

Ich weiß, ein Outing ist nicht einfach, aber irgendwann ist die Zeit mal gekommen und dann muss es einfach raus: Ich bin ein großer Teleshopping-Fan – und das ist auch gut so! Ich zappe immer wieder gerne bei den deutschen Shoppingkanälen vorbei und lasse mich inspirieren, wie schön doch alles sein kann und wie einfach alles von der Hand geht, wenn man nur das richtige Equipment zu Hause hat. Da wird mit dem neuen Reiniger der Hausputz zum Kinderspiel, dank der tollen Pfanne kocht man gleich auf Sterneniveau und wenn man sich dann noch richtig pflegt und kleidet, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Ich liebe es! Und das meine ich ernst, denn hinter jedem Produkt steckt eine ausgeklügelte Strategie.

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Viel Rap und nichts dahinter?

Voll baba: Rap ist angesagt und kommt auf den Punkt

Es ist gar nicht so lange her, da fristete der Rap in Deutschland noch ein Nischendasein. Heute stehen die Stücke von Rappern auf den Hitlisten der Musik-Streaming-Plattformen und Videoportalen ganz oben. Ihre nicht selten provokanten Texte, von künstlichen Beats eingängig getrieben und im wieselflinken Sprechgesang vorwiegend in deutscher Sprache vorgetragen, werden millionenfach abgerufen. Warum es sich für Kommunikatoren lohnt, sich näher mit der schroffen Asphalt-Poesie zu beschäftigen.

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Content: Vom Buzzword zum Unwort

Alle reden nur noch von Content. Das Web wird verstopft damit, es entstehen Plattformen drumherum, Redakteure werden auf den Begriff eingeschworen – jeden Tag erwarte ich eigentlich, irgendwo in Frankfurt die erste große Contentfabrik zu sehen. Stilecht mit Ziegeltürmen, aus denen dann täglich große, weiße Rauchschwaden aufsteigen. Und abends verlassen müde Menschen mit rußgeschwärzten Gesichtern das Gebäude und treten ihren Heimweg von der Maloche an. Ich mag es nicht mehr hören, denn es verstellt den Blick darauf, was wir eigentlich brauchen.

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Worthülsenfrüchte: Die doppelte Endlichkeit

Worthülsenfrucht: Letztendlich

Alles hat bekanntermaßen ein Ende – bis auf die Wurst, wie wir seit Stephan Remmler wissen. Doch aller popkulturellen Hinweise zum Trotz hält sich die doppelte Endlichkeit hartnäckig: Letztendlich nicht nur in Reden, wo man sie als Stilmittel vielleicht noch augenrollend dulden mag, sondern auch in der sonstigen Kommunikation. Und da war es schon – haben Sie es bemerkt? Man liest ja so schnell darüber hinweg, weil es sich so in unserem Sprachverständnis festgesetzt hat, dass wir nicht einmal mehr die Stirn runzeln, wenn wir es lesen. Darum hier nochmal in Zeitlupe: letztendlich.

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Digitales Jonglieren bringt keinen Applaus

Digitales Jonglieren

Eine Vorführung ganz ohne Netz und doppelten Boden – in der Artistik galt das lange Zeit als etwas ganz Besonderes. Die Akrobaten fühlten sich in ihren Abläufen und bei allen Handgriffen so sicher, dass die auf diese lebensrettenden Sicherheitsmaßnahmen verzichteten. Und das Publikum war bei den Vorstellungen besonders gebannt, denn immerhin ging es hier um deutlich mehr als nur Entertainment.

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Immer diese Rechtgeberei

Er gehörte zu den meistgesagten Sätzen des ehemaligen Bayer-Leverkusen-Trainers Heiko Herrlich während einer bemerkenswerten Pressekonferenz: „Ich gebe Ihnen Recht“, sagte er immer wieder zu den Journalisten. Das wirkt auf den ersten Blick demütig – aber ist es das wirklich? Ich finde nicht. Es ist eine beliebte Einleitungsfloskel geworden, um kritische Anmerkungen aufzunehmen und ihnen im nächsten Schritt eigene Argumente gegenüberzustellen. Ein bisschen Deeskalation im Sinne von Rosenberg, so scheint es. Aber eigentlich heißt es etwas ganz anderes. Wir nehmen es uns heraus, Recht zu geben. Unser Gegenüber hat nicht aufgrund der besseren Argumente Recht, sondern erhält es von unseren Gnaden.

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