Digitale Veranstaltungen: Nur dabei, statt mittendrin?

So sieht ein digitaler Handshake aus

Covid-19 lässt uns keine andere Wahl: Wenn wir Veranstaltungen abhalten oder besuchen wollen, bleibt uns statt der Messehalle nur die Option des digitalen Raums. Das Gute daran? Reisezeiten und -kosten werden auf Null gesetzt, die Umwelt freut sich auch über weniger Verkehr auf den Straßen, die Couch ist ein relativ bequemer Veranstaltungsort und Hosen sind nur optional. Der letztgenannte Punkt wurde tatsächlich auf einer kürzlich stattfindenden digitalen Veranstaltung geäußert. Trotz aller Vorteile wird aber den meisten schon beim Besuch der ersten virtuellen Messe, Konferenz oder Tagung klar: Irgendetwas fehlt.

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Sprache: Machen wir Kommunikation nicht komplizierter als nötig

Verwaltungssprache klingt für alle außerhalb der Zielgruppe merkwürdig

Eigentlich hat es Reinhard Mey schon im Jahr 1977 auf den Punkt gebracht, als er seinen Hit „Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars“ veröffentlichte: Behörden mögen es gerne kompliziert. Das ist aber nicht nur in ihren Prozessen der Fall – beispielsweise bei der „Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars“. Auch die Sprache der bürokratischen Mühlen weist einige Besonderheiten auf, bei denen selbst der versierteste Deutsch-Sprechende denkt, er versuche in China einen Weg zu erfragen. Ein Beispiel gefällig? Was verbirgt sich wohl hinter einer nicht lebenden Einfriedung? Warum sagt man nicht einfach Zaun? Aus aktuellem Anlass musste ich mich einfach mit diesem Thema beschäftigen.

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Fehlerkultur – Warum wir öfter nach Canossa gehen sollten

Das könnte die Perspektive Heinrich IV. gewesen sein

Kaum ein anderes Ereignis in der Geschichte wird so oft rezipiert und gleichzeitig mit einer Demütigung gleichgesetzt wie der Gang nach Canossa König Heinrichs IV. im Jahr 1077. Katalysator dieser Wahrnehmung und prägend für eine missverstandene Fehlerkultur war schließlich auch niemand anderes als Otto von Bismarck. Er schloss kategorisch aus, wieder nach Canossa zu gehen. Ein prominentes Beispiel dafür, Fehlentscheidungen oder Missverständnisse nicht aus dem Weg zu räumen. Aber auch heute noch begegnen uns häufig Situationen, in denen der innere Schweinehund – bestehend aus Ego oder der eigenen Überzeugung – einfach nicht nach Oberitalien spazieren will. Das das wirkt sich auf unsere Fehlerkultur aus.

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Verschwörungstheorien: Wenn Fakten keinen Wert mehr besitzen

Ein Aluhut auf einem Stuhl

Die Mondlandung? 1969 von der NASA inszeniert. Bielefeld? Gibt es eigentlich gar nicht. Der King of Rock ’n’ Roll? Eigentlich noch am Leben. Und Corona? Ausgelöst durch 5G-Sendemasten. So könnte es ewig weitergehen. Denn Verschwörungstheorien sind – kommunikativ betrachtet – wahre Kassenschlager, zumindest was ihre Anzahl, Reichweite und Öffentlichkeitswirksamkeit betrifft. Alles nur Gefasel von realitätsfremden Spinnern? Nein. Denn Verschwörungstheorien lehren auch, auf was es in der Kommunikation manchmal ankommt.

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Die virtuelle Agentur als Traumschiff

Sieht so die virtuelle Agentur der Zukunft aus?

Die aktuelle Situation zeigt uns: Aus einer Utopie kann ganz schnell Ernst werden. Auch in der Agentur. Teils als Buzzwords verschriene Begriffe wie cloudbasiert, virtuell und agil werden real. Nun soll das hier aber kein weiterer Beitrag zum Thema „Und dann kam COVID-19“ werden. Nein, es soll ein Beitrag werden über „Wie weit können wir in Richtung virtuelle Agentur gehen?“ Nach zwei Monaten in der nahezu vollkommen digital agierenden Agentur – zuverlässiger IT-Umgebung sei Dank – lässt sich eine Bilanz ziehen: Es funktioniert! Das veranlasst zu Träumen. Aber muss es gleich eine vollkommen virtuelle Agentur sein?

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Der Tag des Blaubeerkäsekuchens oder: Warum wir auch ohne manche Aktionstage gut überleben könnten

Blaubeerkäsekuchentag

Blaubeerkäsekuchen, Rothaarige und Papierflieger haben nichts gemeinsam? Falsch gedacht! Sie alle teilen sich das Datum ihres Ehrentages: den 26. Mai. Jedes Jahr zelebrieren Menschen Aktionstage, um das Bewusstsein auf wichtige Dinge zu legen – die Aktionstage für Nachhaltigkeit, die noch in dieser Woche beginnen, zum Beispiel. Das ist eine gute Sache. Der nationale „Ändere-dein-Passwort-Tag“? Okay, von mir aus. Aber der „Sprich-wie-ein-Pirat-Tag“? Eher nicht. Was aber reizt uns an solchen teils sinnbefreiten Aktionstagen, dass wir immer und immer wieder neue ins Leben rufen? Und was würde passieren, wenn wir damit einfach aufhören würden?

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To do or not to do, that is the question!

Hoch lebe die To-do-Liste

Stellen wir uns für einen Moment vor, Hamlet wäre keine tragische Figur von Shakespeare aus dem frühen 17. Jahrhundert. Stellen wir uns vor, er wäre ein postmoderner kreativer Kopf voller Gedanken. Hätte seine existentielle Frage dann noch immer To be or not to be gelautet? Oder vielleicht eher: To do or not to do? Am besten hätte er sich gefragt: What to do and what to do first? Eine To-do-Liste hätte seinem zerrissenen Gemütszustand sicher Abhilfe geschaffen.

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