Vorsätzlich vorsatzlos: Jeder Tag im Jahr ist ein guter Tag für Veränderungen!

Gute Vorsätze werden schnell über Bord geworfen

Und? Wie lauten Ihre Vorsätze für 2020? Mehr Sport treiben? Das Klima schonen? Smartphone-Verbot am Küchentisch? Den Umsatz in der Firma verdoppeln? Kaum hat das neue Jahrzehnt begonnen, überschlagen sich Menschen und Medien mit guten Ratschlägen für gute Vorsätze. Einige Beispiele: „7 Vorsätze für das neue Jahr – und wie sie zu schaffen sind“ titelt die BILD. Die Leser*innen der „Wirtschafts-Woche“ lernen „5 gute Vorsätze für den Job“ kennen. Und Focus Online möchte, dass wir „2020 glücklicher werden: Mit diesen sechs Tipps schaffen Sie es.“

Und damit auch alles so kommt, wie Sie es sich zur Jahreswende vorgenommen haben, nutzen Sie bitte – ja, richtig – eine App! Welche am besten zu Ihnen und Ihren Absichten passt, erklärt Ihnen Stefan Mehmke von der „Computer-Bild“ in seinem Artikel „Die besten Apps für die guten Vorsätze 2020.“

Veränderung ist immer möglich – an 365 Tagen im Jahr

Ich will ehrlich zu Ihnen sein: Ich habe keinen einzigen dieser Artikel zu Ende gelesen, bestenfalls gelangweilt überflogen. Denn meine Erfahrung ist, dass der Wunsch nach Veränderung das ganze Jahr über in uns aktiv ist und wir genau spüren, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sich (neue) Ziele zu stecken, etwas konkret anzupacken, neue Wege zu beschreiten. Warum also auf den berühmten Neujahrstag warten? Zumal die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre guten Vorsätze auch umsetzen werden, verschwindend gering ist: „97 Prozent der Leute schmeißen nach 14 Tagen hin“, berichtet der Motivationscoach Detlef Soost in einem Interview. Wer will schon gerne so früh im Jahr scheitern?

Die eigenen Bedürfnisse ernst nehmen

Szenenwechsel: Gemäß der Maslowschen Bedürfnispyramide strebt der Mensch in Stufe vier nach Anerkennung und Status (Wertschätzung) und in Stufe fünf nach der Entfaltung der Persönlichkeit (Selbstverwirklichung). Dazu gehört unter anderem, dass wir uns immer wieder Ziele stecken, die uns unserem Selbst ein Stückchen näher bringen. Denn ohne persönliche Entwicklung und soziale Vorwärtsbewegung, ohne Ideen und Visionen zur Gestaltung unserer Zukunft, ohne geschmiedete Pläne für Job und Freizeit fühlt sich unser Leben meist eintönig an, taumeln wir orientierungslos zwischen Berufswelt und Privatleben, zwischen Betriebskantine und Vereinsheim.

Realistische Ziele formulieren

Bei Management-Beratern und Coaches grassiert seit Jahren ein beängstigender Begriff: Selbstüberschätzung. Der Verhaltensökonom Alexander Sebald schreibt dazu im Manager-Magazin: „Viele Top-Manager entscheiden falsch, weil sie sich selbst überschätzen.“ Laut Sebald besteht „ein schmaler Grat zwischen einem gesunden Selbstvertrauen und einem übersteigerten Selbstbewusstsein.“ Diese Selbstüberschätzung führt häufig nicht nur zu falschen Entscheidungen, die weitreichende Konsequenzen haben können. Vielfach werden dann auch Ziele zu hoch gesteckt und falsch dimensioniert – was wiederum zu Frust führt, wenn diese nicht erreicht werden.

Für die guten Vorsätze bedeutet das:
  • Stecken Sie für sich (und auch für Ihre Teams und Mitarbeitenden) immer realistische Ziele, die auch erreichbar sind.
  • Formulieren Sie gegebenenfalls Teilziele. Es ist ein Unterschied, ob Ihr Vertrieb 500 Neukontakte im Jahr machen soll – oder eben zehn pro Woche!
  • Umgeben Sie sich mit Menschen, die Sie motivieren und unterstützen – meiden Sie Bedenkenträger.
  • Spüren Sie immer wieder in sich hinein, ob Sie auf dem richtigen Weg sind.
  • Und: Bleiben Sie bei alledem heiter und gelassen!

Über den Autor

Uwe Berndt

Der ausgebildete Organsiationsentwickler ist seit über 16 Jahren der Kapitän des Mainblick-Schiffes. Er sieht Unternehmenskultur und Werte als Basis einer nachhaltigen B2B-Kommunikation an. Sein besonderes Interesse gilt der Kommunikation im Wandel. Privat trifft man den gebürtigen Frankfurter regelmäßig in der Fankurve des Eintracht-Stadions.

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