Immer online? „Chill mal dein Leben!“

Chill mal dein Leben! Warum immer online sein?

„Gute Freunde kann niemand trennen… gute Freunde sind nie allein.“ Das verriet uns bereits Franz Beckenbauer vor über 50 Jahren im gleichnamigen Song. An das Internet hat er dabei zwar nicht gedacht, aber es ist uns so selbstverständlich und vertraut geworden, dass wir nicht mehr von ihm getrennt sein wollen. Wahrscheinlich sind wir aus diesem Grund rund um die Uhr on: Online-Freundschaften, Online-Dating, Online-Shopping – machen wir uns nichts vor: Es ist kein Neuland, sondern das reinste Paradies.

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Immer diese Rechtgeberei

Er gehörte zu den meistgesagten Sätzen des ehemaligen Bayer-Leverkusen-Trainers Heiko Herrlich während einer bemerkenswerten Pressekonferenz: „Ich gebe Ihnen Recht“, sagte er immer wieder zu den Journalisten. Das wirkt auf den ersten Blick demütig – aber ist es das wirklich? Ich finde nicht. Es ist eine beliebte Einleitungsfloskel geworden, um kritische Anmerkungen aufzunehmen und ihnen im nächsten Schritt eigene Argumente gegenüberzustellen. Ein bisschen Deeskalation im Sinne von Rosenberg, so scheint es. Aber eigentlich heißt es etwas ganz anderes. Wir nehmen es uns heraus, Recht zu geben. Unser Gegenüber hat nicht aufgrund der besseren Argumente Recht, sondern erhält es von unseren Gnaden.

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Moral 4.0: Sind Werte nichts mehr wert?

Es gibt zwei turnusmäßige Befragungen zum Thema Werte, die es in den Fokus der Leitmedien geschafft haben: Der „Engagement-Index“ des Beratungsunternehmen Gallup, der alle zwei Jahre aufzeigt, wie es um die emotionale Bindung von Mitarbeitenden zu ihren Brötchengebern steht (meist übrigens nicht so gut). Und die jährliche Führungskräftebefragung des Vereins „Wertekommission“. Die aktuelle Auflage zeichnet ein ernüchterndes Bild: Den meisten Managern gehen moralische Fragen am Allerwertesten vorbei! Bei knapp 18 Prozent der gut 550 Befragten machten die Autoren sogar eine „zynische Grundhaltung“ aus, die ein „strikt eigennutzorientiertes Verhalten von Menschen und Unternehmen“ unterstellt. So weit, so erschütternd.

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