Headlines from Hell: Alles aus einer Hand

Manchmal kann ich mich nicht entscheiden, was ich unterwegs essen soll. Habe ich eher Appetit auf eine deftige Pizza? Oder darf es ein vegetarischer Döner sein? Nein, alles zu langweilig. Vielleicht doch lieber indisches Kartoffel-Blumenkohl-Curry? Wie praktisch, dass es Restaurants gibt, die gleich mehrere kulinarische Spezialitäten unter einem Dach vereinen: Pizza wie aus Italien, Curry wie aus Indien, Burger wie aus Amerika und Pommes-Schranke wie aus Gelsenkirchen. Alles aus einer Hand – was will ich denn mehr?

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Hier warb Goethe nie

Ich erinnere mich noch sehr gut an eine Wohnungsbesichtigung zu Anfang des Jahres hier in Frankfurt, bei der die Vormieter die klaustrophobisch kleine Toilette mit einem Goethe-Zitat als Wandtattoo aufwerteten. „Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert“, mahnten mich die Letter. Was mir das in diesem Zusammenhang sagen sollte, weiß ich nicht. Verharren wollte ich dort jedenfalls nicht länger als nötig. Gut, mögen Sie einwenden, wen interessiert schon, was in einer Privatwohnung an irgendwelchen Wänden steht? Stimmt natürlich. Aber der gute Herr Geheimrat muss leider nicht nur für stille Örtchen herhalten, sondern wird gerne auch vor den Karren der Kommunkation gespannt. Und ich bin mir nicht ganz sicher, was von beidem nun schlimmer ist.

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Volles Risiko! Höchste Zeit für Chancenmanager

Neulich hat mir ein Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung einen gemütlichen Start in den Tag verhagelt. Unter der Überschrift „Die Angst hat zu viel Macht“ fabulierte Autor Jan Hauser über die Renaissance der „German Angst“, einer kollektiven und tief sitzenden Sorge um alles Mögliche: Um Kriegsgefahren, das Klima, die Rezession, den Karriereknick, den Rechtsruck, das Treffen falscher Entscheidungen, fehlendes WLAN im Urlaub. Die Liste der Angstmacher wurde länger und länger, die Erklärungsversuche immer plausibler – und ich immer übellauniger.

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Immer an den Druckausgleich denken

Ich bin kein klassischer Print-Leser. Unterwegs oder im Urlaub habe ich lieber meinen kompakten Kindle dabei als mehrere Folianten mitzuschleppen. Und wenn ich daheim nicht Online-Nachrichtenmagazine konsumiere, höre ich eben Podcasts oder gelegentlich Hörbücher. Nun könnte man denken, dass Gedrucktes für mich tot ist – ganz so einfach ist es aber nicht.

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Überblättert: Das ungeliebte Vorwort

Spieglein, Spieglein in der Hand: Neulich blätterte ich beim Warten in der Autowerkstatt durch das Nachrichtenmagazin mit dem einschlägigen roten Rahmen auf dem Cover. Hätte ich mich nicht just ein paar Tage zuvor mit einem Kollegen über eine gewisse althergebrachte Tradition in Magazinen unterhalten, wäre es mir gar nicht aufgefallen. „Aus den Augen, aus dem Sinn“, heißt es ja so schön. Aber diesmal nicht. Diesmal sah ich bewusst hin und habe es nicht bloß übersehen: Es gibt kein klassisches Vorwort des Herausgebers oder Chefredakteurs im Spiegel. Stattdessen begleiten mich Inhaltsverzeichnis, Leitartikel und Kolumne durch die ersten Seiten. Dass mir das fehlende Vorwort so lange nicht aufgefallen ist, liegt vor allem daran, dass ich diesen Teil in Magazinen grundsätzlich überblättere.

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