Wortschätze: Comeback erwünscht!

Haderlump, kommod, Pardauz, Schlawiner, Larifari: Diese Wörter sind für mich als Schreiberling eine wahre Wonne. Und das, obwohl ich noch nicht einmal die 30er-Marke geknackt habe. Ich behaupte einmal, dass ich damit vielen Menschen meiner Generation einen Schritt voraus bin – und nicht nur denen. Das ist keine Schnurrpfeiferei! Für sie ist ein Hagestolz vermutlich eine Pflanze, deren Nüsse einen fürchterlichen Juckreiz auf der Haut verursachen. Und der Vatermörder prangt in der Vorstellung vieler mit Sicherheit auf dem Titelblatt irgendwelcher Boulevardzeitschriften und wird nicht für einen Kragen gehalten. Der Backfisch wird bei Nordsee feilgeboten und die Muhme vielleicht mit der Mumie verwechselt. Will man die Sprachbanausen dann zur Räson rufen, schauen sie nur verdattert drein. Was soll man bloß tun?

Vielleicht sollte ich nicht so viel Brimborium darum machen, aber die sprachliche Unwissenheit meiner Mitmenschen frappiert mich immer wieder auf’s Neue. Hauptsache, sie gondeln in der Weltgeschichte herum. Aber sich einmal mit der eigenen Sprache auseinanderzusetzen, das ist zu viel verlangt. Dabei gibt es so viele Perlen, die wir viel öfter benutzen sollten: Dreikäsehoch, Trantüte, Oheim, Langmut. Und das gute alte Wort Pisspottschnitt sollte ohnehin eine Renaissance erfahren. Mir laufen regelmäßig genügend Menschen über den Weg, die solch eine Frisur auf dem Kopf tragen. Sie scheinen echte Wagehälser zu sein. Nun ja, wohlan!

Über den Autor

Laura Krizki

Auch wenn ihr Herz vermutlich für immer Würzburg gehören wird, fühlt sich die Germanistin bei Mainblick in Frankfurt wohl. Als PR-Redakteurin und Social Media Managerin übernimmt sie vielfältige Aufgaben rund um Pressearbeit, Corporate Publishing sowie Social-Media-Strategien. Privat mag die gebürtige Offenbacherin es gerne actionreich, sowohl cineastisch als auch literarisch.

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