Niedrigwasser Rhein und Donau

Niedrigwasser setzt Lieferketten unter Druck – Logistik hält dagegen

Der Sommer stellt die Logistik vor die nächste Belastungsprobe: Die niedrigen Pegelstände auf Rhein und Donau schränken die Binnenschifffahrt teilweise erheblich ein. Schiffe können weniger Ladung aufnehmen, Transportkapazitäten sinken und Unternehmen müssen kurzfristig auf andere Verkehrsträger ausweichen. Die Folgen können wir am Ende alle spüren – durch längere Lieferzeiten und steigende Kosten.

Wenn das Wasser fehlt, müssen andere übernehmen

Was auf dem Wasser nicht mehr transportiert werden kann, verschwindet schließlich nicht. Industrie und Logistik reagieren deshalb: Transporte werden auf Schiene und Straße verlagert, Kapazitäten neu geplant und vorhandene Möglichkeiten flexibler genutzt. DB Cargo prüft beispielsweise zusätzliche Güterwagen, während die meisten Bundesländer das Sonntagsfahrverbot für Lkw vorübergehend gelockert haben.

Ein interessanter Nebeneffekt: Größere zusätzliche Staus sind bislang ausgeblieben. Nach Angaben des ADAC hatte die Lockerung des Sonntagsfahrverbots am vergangenen Wochenende kaum Auswirkungen auf das bundesweite Verkehrsgeschehen. Dennoch sind die Möglichkeiten von Straße und Schiene begrenzt. Rund sechs Millionen Tonnen Fracht werden monatlich per Binnenschiff transportiert – Mengen, die sich bei Niedrigwasser nicht kurzfristig vollständig auf andere Verkehrsträger verlagern lassen, wie die VerkehrsRundschau berichtet.

Logistik kann das Wetter nicht ändern – aber seine Folgen abfedern

Niedrigwasser ist keine gute Nachricht. Für Unternehmen entstehen zusätzliche Aufwände, Kapazitäten werden knapper und Ökonomin und Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt bereits vor steigenden Preisen bei verschiedenen Grundstoffen, wie in der LOGISTIK heute zu lesen ist.

Die aktuelle Situation zeigt aber auch, was Logistik täglich leistet: Sie sucht Alternativen, verschiebt Verkehre, organisiert zusätzliche Kapazitäten und hält Lieferketten dort in Bewegung, wo die üblichen Wege nicht mehr funktionieren.

Das Niedrigwasser können Logistiker nicht verhindern. Dass seine Folgen nicht noch gravierender ausfallen, dazu können sie sehr wohl beitragen: mit flexiblen Transportkonzepten, der intelligenten Kombination verschiedener Verkehrsträger, frühzeitiger Kapazitätsplanung und der engen Abstimmung zwischen Verladern, Speditionen und Transportdienstleistern. Nicht jede fehlende Schiffskapazität lässt sich ersetzen – aber durch vorausschauende Planung und schnelle Reaktion können Engpässe zumindest begrenzt und Lieferketten stabilisiert werden. Genau darin zeigt sich die Stärke der Logistik: Lösungen zu finden, wenn die Rahmenbedingungen schwieriger werden.

 

Bildquelle: Pixabay

Petra Jahn-Firle

Autor:in

Petra Jahn-Firle

Senior Communications Manager

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