Cybersicherheit in der Logistik - der unterschätzte Faktor Kommunikation

Cybersicherheit in der Logistik: Der unterschätzte Faktor Kommunikation

Cyberangriffe werden für die Logistik zu einem wachsenden Geschäftsrisiko. Vernetzte Lieferketten, digitale Plattformen, automatisierte Prozesse und der intensive Datenaustausch zwischen Verladern, Dienstleistern, Kunden und Behörden erhöhen die Effizienz – vergrößern aber zugleich die Angriffsfläche.

Logistik und Mittelstand besonders betroffen

Aktuelle Branchenberichte zeigen, dass Transport- und Logistikunternehmen besonders sensibel auf Cyberbedrohungen reagieren müssen. Die DVZ verweist in ihrem Artikel „Cyberangriffe: Logistik stark betroffen“ auf die steigende Zahl von Angriffen und die besondere Betroffenheit des Mittelstands, der die Branche stark prägt. Auch LOGISTIK HEUTE macht im Beitrag „Cybersicherheit: BSI erwartet weitreichende Folgen nach Aufdeckung von Schwachstellen“ deutlich, dass neue Software-Schwachstellen die Bedrohungslage weiter verschärfen können.

Die BVL-Studie „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“ bestätigt diese Entwicklung: Cybersicherheit zählt weiterhin zu den wichtigsten Branchentrends. Für Unternehmen bedeutet das: IT-Sicherheit ist nicht mehr nur eine technische Aufgabe, sondern ein zentraler Bestandteil von Resilienz, Prozesssicherheit und Zukunftsfähigkeit.

Bitkom-Studie 2026: Digitale Abhängigkeit als Risiko

Auch die Bitkom-Studie „Hybride Angriffe: Wie gut ist Deutschland vorbereitet?“ zeigt, wie verwundbar Unternehmen gegenüber Cyberangriffen, Sabotage, Spionage, Desinformation und Angriffen auf kritische Infrastrukturen sind. Laut Bitkom rechnen 83 Prozent der Unternehmen mit einer ernsthaften Krise infolge hybrider Angriffe. Ohne Internet könnten Unternehmen ihren Geschäftsbetrieb im Schnitt nur 20 Stunden aufrechterhalten; 21 Prozent müssten sofort die Arbeit einstellen.

Für die Logistik ist diese Abhängigkeit besonders kritisch: Transportsteuerung, Lagerprozesse, Sendungsverfolgung, Kundenkommunikation und digitale Schnittstellen funktionieren heute weitgehend daten- und netzbasiert. Fällt diese Infrastruktur aus, entstehen unmittelbare Risiken für Lieferfähigkeit, Servicequalität und Vertrauen.

Interne Kommunikation wird zum Schutzfaktor

Trotzdem wird ein zentraler Hebel häufig unterschätzt: die interne Kommunikation. Viele Cyberangriffe beginnen nicht mit einem technischen Systemfehler, sondern mit einer E-Mail, einem manipulierten Anhang, einer gefälschten Login-Seite oder gezieltem Social Engineering. Mitarbeitende sind damit nicht nur potenzielle Angriffspunkte, sondern auch die erste Verteidigungslinie.

Umso wichtiger ist es, Cybersicherheit verständlich, regelmäßig und praxisnah zu kommunizieren – vom Lager über die Disposition bis zur Verwaltung und Geschäftsführung. Kommunikation und Marketing können dabei komplexe Sicherheitsthemen in klare Botschaften übersetzen, Awareness-Kampagnen entwickeln und dafür sorgen, dass Sicherheitsregeln im Arbeitsalltag präsent bleiben.

Gute interne Kommunikation senkt Hemmschwellen beim Melden verdächtiger Vorfälle, stärkt das Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeitenden und macht Cybersicherheit zu einem Teil der Unternehmenskultur. Gerade in einem stark vernetzten Wirtschaftsbereich wie der Logistik entscheidet nicht allein die technische Infrastruktur über Resilienz, sondern auch die Frage, ob Mitarbeitende Risiken erkennen, richtig reagieren und im Ernstfall wissen, was zu tun ist.

Bildquelle: ChatGPT

Uwe Berndt

Autor:in

Uwe Berndt

CEO & Founder

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